Vermittlung jüdischen Erbes als Repräsentationsarbeit

Positionierungen, Vielfalt und partizipative Ansätze

Laufzeit: 2025-2028

Gesamtprojekt

In Anlehnung an die Critical Heritage Studies untersucht das interdisziplinäre, kulturwissenschaftliche und musikpädagogische Projekt die komplexe Repräsentationsarbeit und die Vermittlung jüdischen Erbes in kultur- und bildungspolitisch autorisierten Kontexten unter besonderer Berücksichtigung partizipativer Forschungsansätze. Es leistet einen substanziellen und empirisch fundierten Beitrag zur (Re-)Diskursivierung jüdischen Kulturerbes, wie sie in der zweiten Förderphase des SPP angestrebt wird. Ausgangspunkt ist die These, dass jüdisches Erbe in Deutschland nicht in seiner Komplexität repräsentiert wird, weil erstens gegenwärtige jüdische Erfahrungen und Perspektiven bislang nur bedingt Eingang in die Erarbeitung der untersuchten Repräsentationsformen gefunden haben. Zweitens verengen die dominante erinnerungskulturelle Rahmung und die Ausrichtung auf überwiegend nicht-jüdische Rezipient*innen jüdisches Erbe tendenziell thematisch auf wenige Ausschnitte jüdischer Geschichte. Am Beispiel der Repräsentation jüdischen Erbes in UNESCO-Welterbestätten (Fallstudie I) und im Kontext schulischer Musikvermittlung (Fallstudie II) fragt das Projekt nach den epistemischen Ordnungen, in denen jüdisches Erbe hervorgebracht und vermittelt wird. Diese epistemischen Ordnungen sind erstens geprägt durch einen gojnormativen Blick, der schließlich das hier vermittelte jüdische Erbe spezifisch formatiert. Zweitens sind sie beeinflusst durch die Antizipation eines vorwiegend nicht-jüdischen Publikums. Diese Antizipation hat wiederum Auswirkungen darauf, was als jüdisches Erbe verstanden und vermittelt wird, in welcher Weise dies geschieht und welche Vermittlungsziele damit verbunden sind. Ziel des Projekts ist es, jüdisches Erbe in seiner Vielschichtigkeit neu und empirisch fundiert zu perspektivieren, indem es jüdische Akteur*innen in Form partizipativer Forschung einbezieht, ohne aber selbst jüdische Kultur oder jüdisches Erbe essentialistisch aufzufassen.

Projektleitung

Prof. Dr. Markus Tauschek

Institut für Empirische Kulturwissenschaft

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

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Prof. Dr. Ina Henning

Institut der Künste, Abteilung Musik

PH Schwäbisch Gmünd

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Projektmitarbeiter*innen

Jannis Nickel

Institut für Empirische Kulturwissenschaft

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Weitere Informationen

N.N.

PH Schwäbisch Gmünd

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Einzelprojekte

Fallstudie 1: Positionierungen und Repräsentationsarbeit. Jüdische Welterbestätten in Deutschland (Leitung: Prof. Dr. Markus Tauschek, N.N.)

Das kulturwissenschaftliche Projekt untersucht mit einem komparativen Forschungsansatz, wie jüdisches Kulturerbe mit welchen
Vermittlungsabsichten in kulturpolitisch autorisierten Rahmen repräsentiert wird und wie diese Repräsentationsarbeit durch
partizipative Ansätze vielschichtiger gestaltet werden kann. Fallbeispiele sind die 2021 von der UNESCO zum Welterbe deklarierten
SchUM-Städte Speyer, Worms und Mainz sowie das mittelalterliche jüdische Erbe in Erfurt (seit 2023 UNESCO-Welterbe). Mithilfe
ethnografischer Methoden wird zunächst untersucht, wie jüdisches Erbe in den Welterbestätten repräsentiert wird, welche
erinnerungskulturell und kulturpolitisch motivierten Rahmen hier wirken und welche Herausforderungen dabei ggf. bestehen und wie
diesen begegnet wird. Darauf aufbauend werden in mehreren Forschungswerkstätten mit Beteiligung jüdischer Akteur*innen emische
Perspektiven in einem partizipativen und dialogischen Ansatz herausgearbeitet, um im Anschluss im Sinne eines Transferkonzepts zu
diskutieren, wie jüdische Stimmen und Perspektiven in die Vermittlung jüdischen Erbes integriert werden können.

Fallstudie II „Partizipative und inklusive Perspektiven auf Repräsentationen jüdischen Erbes in der schulischen Musikpädagogik“ (Prof Dr. Ina Henning, N.N.)

Die Fallstudie an der PH Schwäbisch Gmünd untersucht mittels ethnographischer Unterrichtsforschung, wie jüdisch musikalisches Erbe im autorisierten Kontext schulischer Bildung von Schüler*innen und Lehrpersonen verstanden wird und wie diese Repräsentationen durch partizipative Ansätze der Vermittlung dekonstruiert werden können. Durch Rezeptionsforschung mit Schüler*innen werden Repräsentationen jüdischen Erbes aus emischer und etischer Sicht erhoben, ohne jüdische Sichtweisen per se zu privilegieren oder zu essenzialisieren; Ziel ist es, rekonstruktiv zu erfassen, welches Wissen über jüdisches Erbe in welcher Weise bei Schüler*innen verankert wurde. Fortführend wird auf Lehrendenebene eruiert, wie jüdisches musikalisches Erbe in der Gegenwart in seiner Vielfalt adäquat abgebildet werden kann.

Navigation

Aktuelles aus den Projekten

Weiterführende Links

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg:

https://uni-freiburg.de

Institut für Empirische Kulturwissenschaft:

https://www.kaee.uni-freiburg.de/

PH Schwäbisch Gmünd:

https://www.ph-gmuend.de/

Abteilung Musik der PH Schwäbisch Gmünd:

https://www.ph-gmuend.de/hochschule/fakultaeten/fakultaet-ii/institut-der-kuenste/musik

Medien

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Publikationen

Aktuell keine Einträge vorhanden. Diese Liste wird fortlaufend ergänzt. Aktueller Stand 07.07.2025.

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Zuletzt aktualisiert am 28.07.2025

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