Konstruktionen jüdischen Kulturerbes im Spiegel gegenwärtiger Diskurse zu jüdischen Architekturen und Räumen – Innen- und Außenperspektiven

Laufzeit: 2025-2028

Gesamtprojekt

Jüdische Architekturen und Räume haben sich in Kulturerbeprozessen zu relevanten gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Ressourcen entwickelt. Aktuelle Diskurse zum Neubau jüdischer Gemeindezentren und Synagogen enthüllen ein breites Spektrum an öffentlichen und privaten Stakeholdern, wie jüdischen Gemeinschaften, Behörden (Bauämtern, Denkmalämtern, etc.), Architekt:innen, privaten Initiativen, politischen Entscheidungsträger:innen und Fördermittelgeber:innen, die sich auf verschiedenen Ebenen mit Beiträgen in die Debatten einbringen. Auch sind ehemalige jüdische Räume, ihre baulichen Überreste oder Leerstellen nach der Schoa zu einem Contested Heritage geworden. Das vorliegende Projekt erforscht diese jüdischen Architekturen und Räume als Konstruktionen jüdischen Kulturerbes in der Gegenwart. Als Projektfortführung aus der ersten Phase des SPP 2357 „Jüdisches Kulturerbe“ verfolgt es einen interdisziplinären Ansatz aus Architekturtheorie/-geschichte, Literatur- und Kulturwissenschaft, jüdischer Geschichte und Judaistik. Anhand von Fallbeispielen untersucht das Projekt das Wechselverhältnis von Architektur und deren Diskursivierung und fragt nach Motiven, Narrativen und (De-)Konstruktionen jüdischer Identitäten, die in Selbstwahrnehmung und Fremdzuschreibung der unterschiedlichen Interessengruppen eingesetzt werden, um Kulturerbe zu autorisieren und legitimieren. Methodische Grundlage ist die Auswertung öffentlicher Diskursbeiträge unterschiedlicher Stakeholder, ergänzt durch Experteninterviews und Befragungen. Im Fokus stehen Räume der Gegenwart, die mit jenen aus der Zeit nach der Schoa kontrastiert werden. Im Sinne der sozialkonstruktivistischen Perspektive der Critical Heritage Studies versteht das Projekttandem unter dem jüdischen Kulturerbe Architektur und Raum nicht nur deren physische Manifestationen, sondern vielmehr den Raum als Bühne eines realen, virtuellen, vergangenen oder imaginierten jüdischen Handelns und hinterfragt hierbei kritisch den Erbebegriff in Hinblick auf ein sich diversifizierendes, religiöses und säkulares Judentum und die Aneignung durch die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft. Mit einem transferorientierten Ansatz möchte das Projekt eine verlässliche Informationsbasis jenseits einzelner (teils) provokanter Meinungen im öffentlichen Diskurs schaffen, die nicht nur die Perspektive der Mehrheitsgesellschaft widerspiegelt, sondern vor allem die diversen jüdischen, aber auch migrantischen Sichtweisen auf das jüdische Kulturerbe Architektur und Raum aufzeigt. So können diese verstärkt in Kulturerbeprozesse berücksichtigt werden.

Kooperationspartner*innen und Assoziierte

Person, Institut, Hochschule

Person, Institut, Hochschule

Person, Institut, Hochschule

Institution, Ort

Institution, Ort

Institution, Ort

Projektleitung

PD Dr. Andreas Brämer

Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg

Weitere Informationen

PD Dr.-Ing. habil. Ulrich Knufinke MA

Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa, Technische Universität Braunschweig

Weitere Informationen

Projektmitarbeiter*innen

Dipl.-Ing. Mirko Przystawik

Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa, Technische Universität Braunschweig

Weitere Informationen

Dr. Sonja Dickow-Rotter

Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg

Weitere Informationen

Anne Kunhardt, M.A.

Institut für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg

Weitere Informationen

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