Jüdisches Welterbe – lokales jüdisches Erbe in Deutschland

Bedeutungsverschiebungen, Inwertsetzungen und Transformationsperspektiven

Laufzeit: 10/2025 – 09/2028

Gesamtprojekt

2021 wurden die SchUM-Stätten in Speyer, Worms und Mainz, zwei Jahre später das mittelalterliche jüdische Erbe Erfurts in dieUNESCO-Welterbeliste eingeschrieben. Neben diesen nun international anerkannten Stätten existieren zahlreiche weitere Bauwerke, archäologische Überreste und Stätten, die an unterschiedliche Phase jüdischer Präsenz auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands erinnern. Das Projekt wendet sich vergleichend den jüdischen Welterbestätten und einer Auswahl weiterer jüdischer Kulturerbestätten in Deutschland zu (u.a. der MiQua/Archäologischen Zone in Köln, der ehemaligen Landsynagoge in Neidenstein/Baden und einer ehemaligen jüdischen Schule in Leer/Niedersachsen). Dabei arbeiten die beteiligten Dislziplinen, die Judaistik (Leitung: Prof. Johannes Heil) und die sozial- und kulturwissenschaftlichen Heritage Studies (Leitung: Prof. Thomas Schmitt) eng zusammen.

Mit Methoden qualitativer wie quantitativer Sozialforschung sowie der Dokumenten- und Quellenanalyse sollen Bedeutungsverschiebungen sowie soziokulturelle und stadtgesellschaftliche Folgen erfasst werden, die mit diesen Erbe-Anerkennungen verbunden sind. Mehrere Teilziele knüpfen daran an. Dazu zählt eine vergleichende Rekonstruktion der Prozesse, die zu diesen Erbe-Anerkennungen führten. Ferner fragt das Projekt nach den lokal unterschiedlichen Strategien kultureller und stadtgesellschaftlicher Inwertsetzung jüdisch codierten Erbes und z. B. nach Strategien im Umgang mit antisemitischen Vorfällen. Im Sinne transferorientierter Forschung trägt das Projekt zum Austausch zwischen Akteur:innen unterschiedlicher Standorte bei. Schließlich eruiert das Projekt Vermittlungs- und Bildungspotentiale der Stätten. Durch methodisch aufwendige, überwiegend quantitative Erhebungen geht es der Frage nach, inwiefern ein Besuch der Stätten zu Wissens-, Einstellungs- und Wahrnehmungsänderungen führt. Das Projektdesign hilft, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen jüdischen Welterbestätten und sonstigen jüdischen Kulturerbestätten, also auch den möglichen „Mehrwert“ des Welterbetitels, zu identifizieren. Den Ansprüchen des Schwerpunktprogramms Jüdisches Kulturerbe nach transferorientierter, partizipatorischer Forschung und der Perspektivierung kultureller Nachhaltigkeit trägt es in hohem Maße Rechnung.

Die Projektpartner des Ignaz-Bubis-Lehrstuhls für Geschichte, Religion und Kultur der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg und der Professur für Cultural Heritage am HCCH der Universität Heidelberg arbeiten zu allen Teilfragen eng zusammen. Federführend für die Forschung zu den Welterbestätten und der Konzeptionierung qualitativer und quantitativer Forschungselemente ist das Team der Universität Heidelberg, federführend für die Forschung zu den weiteren Kulturerbestätten und zu genuin judaistischen Forschungsaspekten das Team der Hochschule für Jüdische Studien.

Kooperationspartner*innen und Assoziierte

Person, Institut, Hochschule

Person, Institut, Hochschule

Person, Institut, Hochschule

Institution, Ort

Institution, Ort

Institution, Ort

Projektleitung

Prof. Dr. Johannes Heil

Ignatz Bubis-Lehrstuhl für Geschichte, Religion und Kultur

Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg

Weitere Informationen

Prof. Dr. Thomas Schmitt

Professur für Cultural Heritage, Heidelberg Center for Cultural Heritage

Universität Heidelberg

Weitere Informationen

Projektmitarbeiter*innen

Thorsten Fehlberg

Europäisches Zentrum für jüdische Musik

Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

Weitere Informationen

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